Gartenboden: 6 Ursachen warum Gemüse nicht wächst

Gemüseernte im Garten - Möhren
Nur ein vitaler Boden bringt reiche Ernte [©coco]/stock.adobe.com

In einigen Gärten wächst das Gemüse sehr langsam und bringt wenig Ernte. Manchmal lässt sich sogar ein Wachstumsstopp wie z. B. bei Wurzelgemüse beobachten. Die häufigsten Ursachen dafür erfährst du in diesem Beitrag aus der Botanik Guide Themenwoche „Gemüse anbauen für Anfänger.“

Welcher Garten-Neuling kennt es nicht? Anfangs wachsen die selbst gezogenen Pflänzchen noch ganz prächtig und lassen auf eine gute Ernte hoffen. Doch nach einer Weile hört das Gemüse auf zu wachsen und macht einen eher kümmerlichen Eindruck. Warum Tomaten, Gurken & Co. nicht gedeihen kann mehrere Gründe haben. Sofern alle anderen Kulturbedingungen stimmen, liegt es häufig an den folgenden Bodenbedingungen.

1. Bei zu sandigen oder tonhaltigen Böden wird Trockenheit & Staunässe zum Problem

In sandigen Böden sickert das Wasser schnell durch, sodass die Erde für das durstige Gemüse viel zu trocken ist. Trockenperioden machen den Pflanzen dann im Sommer umso mehr zu schaffen. Als Folge sind häufigeres Gießen notwendig und die Ernten fallen eher mager aus. Gartenböden mit einem recht hohen Tongehalt neigen hingegen leicht zu Staunässe. Das Wasser kann nicht abfließen und die Wurzeln bekommen nicht ausreichend Luft.

2. Der Boden ist zu flachgründig – wenn Wurzeln in der Sackgasse landen

Gemüse benötigt nicht nur oberirdisch viel Platz, sondern auch im Erdreich. Vor allem Wurzelgemüse muss sich in der Erde frei entfalten können, damit es üppig wachsen kann. Ist der Boden zu flach, stoßen die Möhren schon nach kurzer Strecke auf verdichteten Untergrund oder Gestein. Kommen die Pflanzen hier nicht mehr weiter, wird das Wachstum erst einmal gestoppt.

3. Verdichteter Boden sorgt für dicke Luft im Erdreich

Verdichtete Böden neigen nicht nur zu Staunässe, sie sind auch schlecht belüftet. Die Bodenlebewesen wie Regenwurm & Co. sowie die Pflanzenwurzel benötigen Luft zum Atmen. Ist die Bodenstruktur zu dicht, wird der Luftaustausch verhindert und der Kohlendioxidgehalt nimmt im Boden zu. Die Wurzeln ersticken sozusagen und sterben samt Pflanze ab.

4. Zu kalte Böden hemmen das Wachstum

Viele Gemüsesorten werden direkt ins Freiland gesät. Damit die Keimung erfolgt und die Sämlinge gut wachsen, sollte der Boden nicht zu kalt sein. Sandböden wärmen sich im Frühjahr schnell auf, kühlen aber genauso rasch wieder ab. Noch problematischer für das Pflanzenwachstum können allerdings schwere Lehm- oder Tonböden sein. Sie sind sehr nass und kühlen durch die Verdunstungskälte aus. Das Gemüse hat daher schon bei der Aussaat keine optimalen Wachstumsbedingungen.

5. Überdüngte Böden schwächen das Gemüse

Viele Gärten sind überdüngt. Von einigen Nährstoffen wie z.B. Phosphor oder Kalium herrscht oft ein Überschuss. Dadurch kann jedoch die Aufnahme von anderen wichtigen Nährstoffen gehemmt werden. Trotz großzügiger Düngung leidet das hungrige Gemüse an Mangelerscheinungen. Als Folge werden Tomaten & Co. anfälliger für Schädlinge und Krankheiten. Zu viel Dünger erhöht zudem die Salzkonzentration im Boden, die wiederum schädlich für die Wurzeln ist. Besonders Wurzelgemüse wie z. B. Möhren oder Radieschen leidet darunter.

6. Dem Boden fehlen bestimmte Nährstoffe

Während von manchen Nährstoffen ein Überangebot im Boden herrscht, werden andere ebenfalls wichtige Mineralien bei der Düngung vernachlässigt. Ursache ist eine zu einseitige Düngung der Pflanzen. Der Mangel zeigt sich dann durch kleinwüchsige und schlecht entwickelte Gemüsepflanzen.

Wachstumsprobleme beim Gemüse hängen meist mit schlechten Bodenverhältnissen zusammen. Ursache sind meist einer oder mehrere der genannten Faktoren. Wie du herausfindest, ob und welches dieser Bodenprobleme in deinem Garten vorliegt und wie du es am besten lösen kannst, erfährst du hier im Beitrag: Gartenboden bestimmen und verbessern: So wächst Gemüse üppiger

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