Eukalyptus: Heilmittel, Gartenbaum & feuerfester Rekordträger

 

Ob als Heilmittel bei Erkältung oder attraktiver Gartenbaum, der Eukalyptus erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Auch in der Floristik liegt der vielseitige Baum aus Australien gerade voll im Trend. Wissenswertes zur Pflege im Garten sowie verblüffende Details über den Eukalyptus, erfährst Du hier.

Gewöhnlicher Eukalyptus Eucalyptus globulus

Gewöhnlicher Eukalyptus Eucalyptus globulus

 

Heilmittel und Mückenschutz 

Gerade in der Erkältungszeit begegnet uns der Eukalyptus in Form von Bonbons, Hustensirup oder Salben besonders häufig. Sein ätherisches Öl wirkt antibakteriell und hilft uns die Beschwerden bei Husten, Heiserkeit und Erkältung zu lindern. Im Sommer dagegen vertreibt er mit seinem intensiven Duft lästige Mücken und wird daher oft in die Nähe von Terrassen gestellt. Das Eukalyptusöl ist in den Zweigen und Blättern enthalten und wirkt auf Fressfeinde wie Insekten und andere Tiere giftig, bis auf die Koalabären, die die älteren Blätter trotzdem genüsslich auffuttern.

Allerdings verströmt nicht jede Art das typische Eukalyptusaroma. Andere Arten wie z.B. Eukalyptus citriodora duften intensiv nach Zitrone und sollen ebenfalls Mücken vertreiben. Doch das ätherische Öl hält dem Baum nicht nur Fressfeinde von Leib. Denn in seiner Heimat erweist es sich in einer noch ganz anderen Weise als nützlich.

 

Eukalyptus fördert Waldbrände und profitiert davon

Der Baumbestand Australiens besteht zu 70% aus Eukalyptusarten, was kein Zufall ist. Denn seine ätherischen Öle sind leicht brennbar und fördern die Entstehung von Waldbränden und deren Intensität. Hin und wieder werfen die Bäume noch ein paar größere Äste ab, die den Buschfeuern dann noch ordentlich Zunder geben. Irgendwann herrschen optimale Bedingungen für einen Waldbrand und das nächste große Feuer bricht aus.

Nachdem das Feuer gewütet hat, hinterlässt es eine graue Aschelandschaft. Für den Eukalyptus zahlt sich der verheerende Waldbrand, den er mit seinen ätherischen Ölen sozusagen richtig angeheizt hat, jetzt mehrfach aus. Sämtliche Konkurrenten und lästige Parasiten, die dem Eukalyptus vorher das Leben schwer machten, sind nun durch das Feuer beseitigt worden. Lange Zeit war es Forschern ein Rätsel, wie die Eukalypten sich nach dem Brand wieder regenerien können. Denn nur wenige Monate nach dieser Naturkatastrophe ergrünen die Eukalyptuswälder Australiens wieder, als wäre nichts passiert.

Schließlich fand man heraus, dass der Eukalyptus eine feuerleitende Oberfläche besitzt. Während die ölhaltigen Blätter und die Borke dem Feuer zum Opfer fallen, bleibt das Innenleben des Baumes unversehrt. Im Gegensatz zu anderen Baumarten sitzen die Keimlinge nicht in der Rinde, sondern sicher verwahrt im tiefer gelegenen Holz. Durch die extreme Hitze werden Hormone aktiviert, die dort die Produktion junger Knospen anregen. Ein ausgewachsener Eukalyptusbaum kann daher bei einem Waldbrand gut zwei Zentimeter seiner Rinde verlieren und behält dennoch seine Fortpflanzungsfähigkeit. Und wenn es einmal dem Eukalyptus in der Feuersbrunst zu heiß geworden ist, überlebt im Notfall sein Wurzelstock, aus dem er wieder austreibt.

Bevor andere Waldpflanzen wieder die Oberhand gewinnen, können sich die Eukalypten nun weiter ausbreiten. Denn das Feuer hat für die Bäume einen noch viel wichtigeren Zweck erfüllt. Durch die extreme Hitze platzen die trockenen, holzigen Kapselfrüchte der Eukalypten auf und geben die Samen frei. Die Samen können jetzt konkurrenzlos in der Asche keimen und vielleicht wächst einer von ihnen zu dem größten Baum der Welt heran. Denn einst soll ein Riesen-Eukalyptus Eucalyptus regnans mit stolzen 132 Metern der größte Baum der Welt gewesen sein. Kaum verwunderlich, da die schnellwüchsigen Bäume bis zu einem Meter pro Jahr wachsen.

Eukalyptus Samenkapseln Die Samen brauchen die Hitze des Feuers, um sich zu öffnen.

Eukalyptus: Getrocknete Samen- und Blütenkapseln. Die Samenkapseln platzen bei Waldbränden auf und geben die Samen frei.

 

Dekorativer Blatt- und Blütenschmuck in der Floristik

Junge und ältere Eukalyptusbäume haben unterschiedliche Blattformen. Die jüngeren sind eiförmig oder breit lanzettlich, während ältere Exemplare längliches und sichelförmiges Blattwerk bilden. Mit seinem sanften Grün lockert er Blumensträuße auf und gilt in der Floristik als besonders dekoratives Blattwerk. Ein interessanter Blickfang sind zudem die außergewöhnlichen Blüten des Eukalyptus. Sie sind in einer Kapsel verpackt, die ihren Deckel abwirft und rötlich- lilafarbene oder gelbe Staubgefäße herausspringen lässt. Die auffällig herunterhängenden Staubfäden erinnern dann an kleine bunte Quasten. Nicht nur in der Blumenvase zieht Eukalyptus die Blicke auf sich, da der faszinierende Exot auch in den Garten gepflanzt werden kann.

 

Eukalyptus im Garten

 

Einige Arten sind frosthart und zum Auspflanzen geeignet

Obwohl der Eukalyptus das warme Klima seiner Heimat liebt, gibt es von den rund 600 Arten auch einige frostharte, die sich hierzulande im Garten kultivieren lassen. Einer davon ist z.B. Eucalyptus gunnii, von dem einige Sorten bis zu – 15°C überleben. Dies gilt jedoch nur, wenn der Baum schon etwas älter ist und im Garten ausgepflanzt wurde. E. gunnii gehört mit 40 cm pro Jahr zu den etwas langsam wachsenden Arten und benötig wie alle Eukalypten einen hellen und sonnigen Standort. Im Sommer benötigt er viel Wasser und sollte, wenn möglich, mit Regenwasser gegossen werden. Der Baum sollte bis spätestens Juli ausgepflanzt werden, da er den ersten Winter so besser überstehen kann.

Alternative Kultivierung im Kübel

Die anderen hübschen, aber frostempfindlichen, Arten lassen sich alternativ im Kübel kultivieren und an einem hellen und kühlen Raum bei 10°C überwintern. Während dieser Zeit benötigt der Exot nur wenig Wasser. Von Zeit zu Zeit wird der Eukalyptus für den Wintergarten oder Garten zu groß, sodass ein starker Rückschnitt erfolgen muss. Mit dieser Methode können alle Eukalypten den gegebenen Platzverhältnisse immer wieder angepasst werden. Ansonsten haben Eukalypten kaum Probleme mit Schädlingen und stellen kaum Ansprüche an die Umgebungstemperatur.

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