Gründüngung: Bewährte Pflanzen zur Bodenverbesserung

Rotklee

Gründüngerpflanzen verbessern die Struktur und Fruchtbarkeit von verdichteten und ertragsarmen Böden. Im Handel gibt es dazu verschiedene Saatgut-Mischungen für den Garten. Hier im zweiten Teil des Beitrags „Gründüngung: Natürliche Bodenverbesserung durch Pflanzen“ stellt Botanik Guide die besten Pflanzen dazu vor.

Phacelia – Lila Bienenweiden verbessern den Boden

Phacelia

Ein absoluter Klassiker unter den Gründüngerpflanzen ist Phacelia, die vielerorts auch als Büschelschön bekannt ist. Der Grund: sie bietet mehrere Vorteile und lässt sich vielseitig verwenden. In der Landwirtschaft und im Garten verbessert sie die Struktur und Fruchtbarkeit des Bodens. Gleichzeitig ist sie eine beliebte Imkerpflanze. Im Sommer verwandelt die hübsche Blume die leeren Gemüsefelder in eine lila Bienenweide. Die kleinen Blüten produzieren reichlich Nektar, aus dem Bienen bis zu 500 kg Honig pro Hektar herstellen. Viele nennen die Pflanze deshalb „Bienenfreund“.

Phacelia ist allerdings nicht nur eine leuchtende Augenweide, die zahlreiche Nützlinge in den Garten lockt, sondern hat noch mehr Vorteile gegenüber anderen Gründüngerpflanzen. Da sie aus der Familie der Raublattgewächse stammt, zu der z. B. auch der Borretsch gehört, ist sie mit keinem Gemüse verwandt. Sie gilt somit als fruchtfolgeneutral und erleichtert dadurch die Einhaltung der Fruchtfolge. Das macht sie zur idealen Vor- oder Nachsaat für jede Gemüseart. Den Boden lockert sie mit ihrem dichten Wurzelsystem und reichert ihn mit einer großen Menge an neuer Biomasse an, die den Aufbau von Humus fördert.

Phacelia eignet sich für leichte bis mittelschwere Böden.

Gelbsenf – Schnelle Bodenbedeckung mit Nematodenbekämpfung

Brassica

Der Gelbsenf bedeckt mit seinen leuchtend gelben Blüten binnen kurzer Zeit den Boden. Da er das Erdreich sehr schnell und tiefgründig durchwurzelt, lässt sich mit dieser beliebten Gründüngerpflanze eine gute Lockerung und Strukturverbesserung erzielen.
Dazu verhindert das dichte Blatt- und Wurzelwerk, dass der Boden austrocknet oder erodiert. Wegen seines Senfölgehalts wird Gelbsenf auch zur Bekämpfung von Nematoden (Fadenwurm) eingesetzt. Da er zur Familie der Kohlgewächse gehört, sollte er nicht als Vorkultur für Kohlverwandte verwendet werden.

Gelbsenf eignet sich für leichte bis schwere Böden.

Luzerne – ideal für mehrjährige Gründüngung

In der Landwirtschaft ist die Luzerne (Medicago sativa) eine alt bekannte Nutzpflanze, die schon lange als Viehfutter eingesetzt wird. Oft nennt man sie auch Saatluzerne, Alfalfa oder Blaue Luzerne wegen ihrer hell- bis blauvioletten Blüten, die von Mai bis September erscheinen. Die Luzerne stammt aus der Familie der Hülsenfrüchtler, zu der auch die Erbsen und Bohnen gehören. Als Leguminose (Stickstoffsammler) reichert die Luzerne den Boden mit Stickstoff an. Ihre Pfahlwurzel arbeitet sich über vier Meter weit ins Erdreich und sorgt dabei für eine tiefgründige Lockerung. Sie wird daher auch oft zur Gründüngung verwendet, sogar für schwere und verdichtete Böden.

Als winterharte Staude ist die Luzerne sehr gut für Flächen geeignet, die längere Zeit nicht genutzt werden. Brachliegende Beete lassen sich auf diese Weise zwei bis drei Jahre mit der Luzerne bedecken und für eine spätere Gemüsekultur vorbereiten.

Luzernen eigenen sich für mittlere bis schwere Böden.

Schon gewusst?

Alfalfa sammelt Goldpartikel aus dem Boden

Wissenschaftler haben entdeckt, dass Alfalfa Goldpartikel aus dem Boden herausfiltern kann. Wie die Pflanze das macht, erfährst du im Buch “Geheimnisvolle Pflanzenwelt – Verborgenes in der Natur entdecken” von Andrea M. Trautmann, der Redakteurin von Botanik Guide.

Inkarnatklee – Stickstoffsammler mit leuchtend roten Blütenähren

Der Inkarnatklee (Trifolium incarnatum) ist für seine intensiv roten Blütenähren bekannt und trägt den hübschen Namen „Rosenklee“. Bei Bienen & Co. sind seine nektarreichen Blüten, die von Mai bis August erscheinen, sehr beliebt. Er zählt daher zu den Trachtpflanzen. Wie alle Kleearten gehört auch er zu den Leguminosen, die den Boden durch Anreicherung von Stickstoff fruchtbarer machen. Der anspruchslose Inkarnatklee eignet sich als Vor- und Nachkultur für verschiedene Gemüsearten. Da er eine enorme Blattmasse bildet, ist er ein hervorragender Schattenspender für den Boden und verhindert, dass er austrocknet. Sein Wurzelwerk verbessert gleichzeitig die Bodenstruktur.

Inkarnatklee eignet sich für mittelschwere bis schwere Böden

Rotklee – Bodenverbesserer vom Wegesrand und Nektarspender

Roter Wiesenklee
Heimischer Rotklee

Der Rotklee (Trifolium pratense) ist vielen als Wiesenklee bekannt, der uns überall auf Wiesen und in Parkanlagen begegnet. Die wenigsten wissen jedoch, dass es sich bei dem Klee vom Wegesrand um eine bewährte Pflanze zur Gründüngung handelt. In der Landwirtschaft wird der Rotklee als Futterpflanze und guter Bodenverbesserer geschätzt. Wie seine Verwandte, die Luzerne, sammelt der Rotklee mithilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff, mit dem er den Boden anreichert.

Mit seinem kriechenden bis aufrechten Wuchs breitet sich der mehrjährige Rotklee über dem Boden aus und lockert die Erdschichten mit seinen mehr als zwei Meter langen Wurzeln auf. Neben dem Rotklee wird auch gerne der Weißklee (Trifolium repens) zur Gründüngung verwendet. Beide Arten verbessern die Bodenqualität und sind dazu unter Bienen und Hummeln ein sehr beliebter Nektarspender.

Rotklee eignet sich für alle Bodenarten.

Lupine – Die beliebte Zierpflanze macht müde Böden ertragreicher

Mit imposanten Blütenkerzen schmücken Lupinen (Lupinus) vielerorts als Zierpflanze die Blumenbeete. In der Landwirtschaft werden sie häufig zur Gründüngung verwendet, da sie als Leguminosen eine beachtliche Menge an Stickstoff speichern – bis zu 100 kg pro Hektar. Die hübschen Blüten verwandeln die Felder im Sommer in ein blau-lila bis rosa Blütenmeer, während die Wurzeln den verdichteten Boden in bis zu zwei Metern tiefe auflockern.

Blaue Lupinen sind ideal für leichte bis mittelschwere Böden. Für leichte Sandböden eignen sich gelbe Lupinen noch besser.

Buchweizen – Ideal für trockene Böden

Echter Buchweizen

Der Buchweizen (Fagopyrum) kommt aus der Familie der Knöterichgewächse und ist eine alte Kulturpflanze. Anders als sein Name vermuten lässt, handelt es sich nicht um Getreide. Er gilt als Pseudogetreide, zu dem Körnerfrüchte gehören, die nicht aus der Familie der Süßgräser stammen. Der Buchweizen zeichnet sich vor allem durch seine gute Toleranz gegen Trockenheit aus. Er eignet sich deshalb für sommertrockene Böden und ist ideal zur schnellen Vor- und Nachkultur. Eine Gründüngung mit Buchweizen verbessert daher die Bodenstruktur und schützt brachliegende Beete vor Erosion.

Buchweizen eignet sich für leichte und schwach saure Böden.

Serradella macht Sandböden fruchtbarer

Bei Serradella (Ornithopus sativus) handelt es sich um eine anspruchslose Pflanze, die selbst auf äußerst mageren und sehr sandigen Böden gedeiht. Wegen dieser Eigenschaft nennt man sie auch „Klee des Sandes“. Serradella ist eine alte Kulturpflanze, die früher häufig als Futterpflanze genutzt wurde. Heute wird sie in Deutschland kaum noch angebaut und eher zur Gründüngung für sandige Böden verwendet. Der Große Vogelfuß, wie Serradella auch genannt wird, bildet eine tiefe Pfahlwurzel, die im Erdreich mit ihren vielen Nebenwurzeln den Sauerstoffaustausch fördert und vor Erosion schützt. Da die einjährige Pflanze zu den Hülsenfrüchtlern gehört, bindet sie ebenfalls Stickstoff und macht durch ihre Eigenschaften als gute Gründüngerpflanze ertragsschwache Böden fruchtbarer.

Serradella eignet sich für leichte bis mittelschwere Böden.

Ölrettich – für schwere und verdichtete Böden

Der schnellwüchsige Ölrettich ist eine Varietät des Garten-Rettichs, den man ursprünglich zur Ölgewinnung gezüchtet hat. Mit seiner kräftigen Pfahlwurzel lockert er selbst schwere und verdichtete Böden in bis zu 1,50 Metern Tiefe auf. Seine dichten Blätter schützen den Boden effektiv vor Austrocknung. In der Landwirtschaft setzt man ihn oft zur Bekämpfung von Nematoden ein. Wichtig: Ölrettich sollte wegen seiner Verwandtschaft nicht als Vorkultur für Rettich- oder Kohlarten eingesetzt werden.

Ölrettich eignet sich für schwere bis mittelschwere Böden.


Erde

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