Gemüse vorziehen: 10 häufige Fehler bei der Anzucht

Basilikum Sämlinge

Gemüse aus dem eigenen Garten zu ernten macht immer wieder Spaß und bereichert zugleich den Speisezettel mit einer großen Sortenvielfalt, die man in keinem Supermarkt findet. Die Anzucht von Gemüse ist dazu recht einfach. Dennoch schleichen sich beim Vorziehen der jungen Pflänzchen gerne ein paar Fehler ein, die die Freude am Gemüseanbau trüben können. Meist sind es immer die gleichen Pannen, die sich zum Glück leicht verhindern lassen. Botanik Guide zeigt dir daher, wie du die 10 häufigsten Anfängerfehler bei der Anzucht von Gemüse vermeidest.

1. Das Gemüse wird zu früh vorgezogen

Sobald das Gartenjahr startet, stöbern viele in Katalogen oder Gartencentern nach neuen Gemüsesorten und decken sich mit Saatgut ein. Je näher der Frühling rückt, umso mehr möchte jeder Gärtner endlich mit der Anzucht beginnen. Einige können es kaum erwarten und säen ihr Gemüse daher oft zu früh aus.

Das Problem: Die Pflänzchen entwickeln sich schlechter und können später nicht zur richtigen Zeit ausgepflanzt werden. Zu früh gesätes Gemüse bekommt während den dunklen Wintertagen nicht genug Licht und wächst kümmerlich. Auf der Suche nach der Sonne strecken sich die Keimlinge in die Höhe und bilden dabei lange, dünne und schwache Stängel aus. Dazu färben sich die Blätter gelb. Selbst wenn es unter einer Pflanzenlampe gelingen sollte, kräftige Pflänzchen heranzuziehen, kann man das zu früh gezogene Gemüse nicht auspflanzen, da immer noch Nachtfröste drohen. Die kälteempfindlichen Pflänzchen müssen dadurch zu lange in ihren Töpfen bleiben und leiden an Nährstoffmangel.

Tipp: Die ideale Zeit um Gemüse vorzuziehen beginnt in der Regel ab Anfang März. Da die Aussaat-Termine bei jeder Gemüsesorte variieren, sollte man sich immer an die Angaben auf den Saatgut-Packungen halten.

2. Die falschen Gemüsearten werden vorgezogen

Wer zum ersten Mal sein eigenes Gemüse anbaut, macht häufig den Fehler, dass er einfach alle Gemüsesorten vorzieht.

Das Problem: Nicht jedes Gemüse eignet sich für eine Vorkultur im Topf. Dies betrifft vor allem Wurzelgemüse wie z. B. Karotten, Radieschen, Pastinaken oder Rote Beete. Das Wurzelgemüse verträgt eine Umpflanzung mit seinen langen Wurzeln meist nicht gut und sollte auch nicht pikiert werden.

Tipp: Im Gemüseanbau unterscheidet man zwischen der Vorkultur unter Glas und der Direktsaat ins Freiland. In der Regel wird nur kälteempfindliches Gemüse vorgezogen, da es eine längere Kulturdauer hat. Karotten, Radieschen & Co. werden daher immer direkt ins Beet gesät. Der Vorteil: die Pflanzen bilden bei dieser Kulturvariante viel tiefere und kräftigere Wurzeln.

3. Das verwendete Saatgut ist zu alt

Manchmal bleibt Saatgut übrig und wird später irgendwann verwendet. Doch nach der Aussaat kann es passieren, dass man vergeblich auf die Keimlinge wartet. Möglicherweise ist in diesem Fall das Saatgut zu alt und nicht mehr keimfähig.

Saatgut

Tipp: Samen sind nur für eine bestimmte Dauer keimfähig. Je länger das Saatgut lagert, desto mehr nimmt die Keimfähigkeit ab. Aus diesem Grund sollte man am besten nur frisches Saatgut verwenden. Saatgutpackungen sind daher mit einem Verfallsdatum versehen. Ist man sich nicht sicher, ob die Samen noch keimen, kann man vor der eigentlichen Aussaat eine Keimprobe durchführen.

4. Die Lichtkeimer wurden mit Erde bedeckt

„Samen muss man tief genug in die Erde stecken, damit sie keimen.“ – So wird es allgemein immer wieder gesagt. Die Annahme, dass diese Regel für alle Pflanzen gilt, ist jedoch ein weit verbreiteter Irrtum. Tatsächlich benötigen viele Samen wie z. B. vom Salat oder Sellerie Licht zum Keimen und dürfen daher gar nicht oder nur hauchdünn mit Erde bedeckt werden.

Tipp: Unter dem Gemüse gibt es, wie auch bei Kräutern oder Blumen, Dunkel- und Lichtkeimer. Die Aussaattiefe der jeweiligen Samentypen spielt daher bei der erfolgreichen Keimung eine wichtige Rolle und sollte immer eingehalten werden.

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5. Die optimale Keimtemperatur wird nicht erreicht

Trotz guter Anzuchtbedingungen kommt es vor, dass bestimmte Gemüsesorten auch nach langem Warten nicht keimen. Wenn es sich hierbei um sehr wärmeliebende Gemüsepflanzen handelt, könnte das Problem an der Keimtemperatur liegen.

Tipp: Jede Pflanze hat eine Mindestkeimtemperatur. Die meisten Gemüsesamen keimen bei etwa 20 °C. Einige Gemüse wie z. B. Auberginen, Melonen, Paprika oder Gurken haben jedoch eine höhere Keimtemperatur von 25 – 28 °C. Um die optimale Temperatur zu erreichen, werden oft beheizte Zimmer-Gewächshäuser verwendet.

6. Zu viel Feuchtigkeit verursacht Schimmel

Samen dürfen niemals austrocknen. In dem feucht-warmen Zimmer-Gewächshaus finden die Keimlinge daher ideale Bedingungen. Leider herrscht dort auch das perfekte Klima für Schimmel, der die Pflänzchen befallen kann. Pilzsporen sprießen, wenn die Saatschale zu viel gegossen wurde und die Luftfeuchtigkeit unter der transparenten Haube zu hoch ist.

Tipp: Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist gut für die Keimlinge. Um Schimmelbildung zu vermeiden, sollte das Zimmergewächshaus täglich für ein paar Minuten belüftet werden, damit ein Luftaustausch stattfindet. Die Erde am besten mit einer Sprühflasche oder feinen Gießkannenbrause immer nur leicht befeuchten.

7. Der Standort für die Jungpflanzen ist zu warm

Viele lassen die frisch gekeimten Pflänzchen gerne im Mini-Gewächshaus bei normaler Zimmertemperatur von um die 20 °C weiter wachsen. Für das junge Gemüse sind diese Temperaturen zu warm, sodass es schnell zum Vergeilen neigt.

Tipp: Die Jungpflanzen sollte man nach der Keimung an einen hellen, aber etwas kühleren Ort mit etwa 16 – 17 °C stellen. Das verbessert das Pflanzenwachstum. Gleichzeitig gewöhnt sich das Gemüse an ähnliche Temperaturen, unter denen es später auch im Garten wachsen wird.

8. Das Gemüse bekommt nicht genug Licht

Lichtmangel ist bei der Gemüseanzucht auf der Fensterbank ein sehr häufiges Problem. Im recht dunklen Spätwinter fällt es zudem schwer, einen ausreichend hellen Platz in der Wohnung zu finden. Wenn die Sämlinge zu dunkel stehen, schießen sie in die Höhe und wachsen nicht richtig.

Tipp: Die Sämlinge an einen möglichst hellen Platz stellen. Falls dies nicht gelingt, kann eine spezielle Pflanzen-Lampe, die es im Fachhandel gibt, helfen.

9. Sämlinge werden zu spät pikiert

In der Saatschale wird es den Keimlingen bald zu eng. Sie konkurrieren um Licht, Nahrung und Platz. Pikiert man sie zu spät, behindern sich die jungen Pflänzchen gegenseitig im Wachstum und verkümmern nach einiger Zeit.

Tipp: Sämlinge, die schon die ersten richtigen Blätter bilden, kann man pikieren und in Einzeltöpfchen setzten.

10. Kürbisgewächse pikieren

Kürbis im Garten

Ein häufiger Fehler unter Gartenneulingen ist das Pikieren von Kürbisgewächsen. Zucchini, Gurken, Kürbis oder Melonen haben empfindliche Wurzeln und vertragen es meist nicht, pikiert zu werden. Hin und wieder haben einige Gärtner zwar Glück und die Pflanzen überstehen das Pikieren unbeschadet. Generell sät man die schnell wachsenden Kürbisse aber besser gleich in einen größeren Topf.

Tipp: Einige Gemüsearten reagieren auf ein Umpflanzen oder Pikieren sehr empfindlich. Diese sät man deshalb direkt in Anzuchttöpfe. Bei größeren Samen, die zuverlässig keimen wie z. B. Tomaten, kann man bei Bedarf diese Methode ebenfalls anwenden und auf ein Pikieren verzichten.

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