Warum ist Birkenrinde weiß?

Hinter der weißen Rindenfarbe steckt ein Trick.

Für die weiße Farbe der Birkenrinde ist der Inhaltsstoff Betulin verantwortlich. Das Betulin liegt unter der oberen Rindenschicht und fühlt sich wie Kreide an. Der lateinische Name der Birke Betula weist auf diese Substanz hin.

 

Doch wozu dient die weiße Farbe?

Birken sind der Sonne aufgrund ihrer Lebensweise besonders stark ausgesetzt. Gerade in den nördlichen Regionen, die die Birken häufig besiedeln, ist das weiße Betulin umso wichtiger. Wenn die niedrige Wintersonne senkrecht auf die kalten Baumstämme scheint, käme es in ihnen, ohne den reflektierenden Sonnenschutz, zu starken Temperaturschwankungen. Die Folge: Die stark aufgeheizten Stämme würden in der eisigen Nacht reißen und Schädlinge wie z.B. Pilze könnten leicht eindringen.

Das Betulin hat zudem eine wasserabweisende und antibakterielle Wirkung. Fraßfeinde sowie Bakterien und Pilze haben daher bei der Birke kaum eine Chance. Die weiße Rinde bietet jedoch noch mehr Vorteile.

 

Das Betulin spart Wasser

Die Birke ist ein Pionierbaum, der auch extreme Lebensräume wie Brachflächen und Schuttstellen besiedelt. Als einer der dort ersten Baumarten weit und breit ist sie der glühend heißen Sonne direkt ausgesetzt.

Während andere Baumarten sich an feuchteren Standorten mit einem dichten Blätterdach vor der Sonne schützen können, muss die Birke an ihrem trockenen Standort mit dem Wasser streng haushalten. Denn ein üppiges Blätterdach würde viel zu viel Wasser verdunsten lassen.

Um Wasser zu sparen, besitzt die Birke kleine Blätter, die dem Stamm aber leider keinen Schatten spenden. Ein großer Wasserverlust durch die Rinde wäre damit vorprogrammiert. Auch dieses Problem löst das weiße Betulin. Mit seiner wasserabweisenden Eigenschaft reduziert es den Wasserverlust nach außen.

 

Baumpfleger nutzen den weißen Farbtrick ebenfalls

Der Sonnenschutz der Birke ist so effektiv, dass sich Obstbauern und Baumpfleger den Trick wohl abgeschaut haben. Daher werden Obstbäume und junge Straßenbäume manchmal mit einer weißen Kalkschicht angestrichen, damit sich ihre Stämme nicht so stark aufheizen.

Das könnte Dich auch interessieren …

Botanik Guide verwendet Cookies, die technisch notwendig sind. Weitere Informationen, welche Cookies verwendet werden, findest du in der Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen