Die Cranberry: Erstaunliche Fakten über die Trend-Beere

Cranberries sind in aller Munde. Immer häufiger begegnen uns die kleinen roten Früchte wie z.B. in Müsliriegeln, Nussmischungen, Süßigkeiten oder als Saft. Sogar im Weihnachtsstollen ersetzen sie teilweise schon die Rosinen. Auch als Gartenpflanzen wird sie öfters angeboten.

Doch was genau sind das für Früchte, die wie Preiselbeeren aussehen? Den Unterschied zwischen Cranberries und Preiselbeeren, warum Cranberries einen Hüpftest bestehen müssen, wie gesund die roten Beeren sind und wieso Farmer ihre Cranberryfelder im Wasser versenken. Das und mehr in diesem Beitrag.

Die roten Beeren aus den USA

Die Cranberry (Vaccinium macrocarpon) wird auch Großfrüchtige Moosbeere oder Kranbeere genannt. Sie ist mit der Heidel- und Preiselbeere verwandt. Und gerade ihre Verwandtschaft mit der Preiselbeere, sorgt allgemein für reichlich Verwirrung. Im Handel wird sie oft fälschlicherweise als Kulturpreiselbeere bezeichnet. Es gibt daher immer wieder Verwechslungen zwischen den beiden Beeren. Dazu kommt der weitverbreitete Irrtum, dass „Cranberry“ der englische Name für die Preiselbeere sei.

Beide Beeren ähneln sich zwar im herb-säuerlichen Geschmack, sind jedoch zwei unterschiedliche Pflanzen. Cranberrysträucher wachsen kriechend mit langen Trieben und Wurzeln. Die Früchte sind etwa so groß wie Kirschen. Die Preiselbeere wächst dagegen als aufrechter Zwergstrauch und trägt Früchte, die so klein wie Erbsen sind.

Cranberries stammen ursprünglich aus den Hochmooren Nordamerikas. In den USA haben die Früchte eine lange Tradition, die eng mit den Ureinwohnern von Nordamerika verbunden ist. Früher nahmen Indianer, Trapper und Forscher die Beeren als Proviant mit auf ihre Reisen. Schon damals begleiteten die Cranberries die Abenteurer bei ihren Entdeckungen und bewahrten sie dabei mit viel Vitamin C vor Skorbut.

Indianer nutzen die Beeren zur alltäglichen Ernährung und essen sie roh oder trinken den Saft. Für Reisen oder den Wintervorrat stellen sie aus den Cranberries und getrockneten Fleisch eine haltbare Paste her, die Pemican heißt. Das Pemican kann mit kochendem Wasser ähnlich wie eine Suppe zubereitet werden. Manche Wissenschaftler halten diese Erfindung daher für den Vorläufer der Instantsuppe. Damit wäre die Cranberry einer der Zutaten für die erste Fertigsuppe.

Auch heute sind Cranberries in den USA nicht wegzudenken. Besonders im Thanksgiving-Menü sind sie ein fester Bestandteil. Dementsprechend werden Cranberries dort im großen Stil angebaut. Farmer bewirtschaften dort riesige Felder mit den kleinen Sträuchern.

Doch jedes Jahr spielt sich in einer Herbstnacht für den Betrachter ein seltsames Spektakel auf diesen Plantagen ab. Die Farmer beginnen die Felder vollständig mit Wasser zu überfluten! Was geht da vor?

Darum setzen Farmer ihre Cranberryfelder unter Wasser

Nachdem die Farmer die Plantage über Nacht geflutet haben, stehen die Sträucher am nächsten Morgen vollständig unter Wasser. Knapp einen halben Meter hoch steht das Wasser. Nun werden künstliche Wasserstrudel auf den Feldern erzeugt. Und man sieht, wie nach und nach zahlreiche Cranberries nach oben treiben. Langsam verwandeln sich die gefluteten Felder in einen gigantischen roten Teppich. Nun wird klar, warum die Farmer ihre Plantage im Wasser versenken.

Cranberry Strauch

Es handelt sich um einen Trick, der die aufwendige Ernte der roten Früchte erleichtert. Denn jede Beere enthält vier Luftkammern, weshalb sie an der Wasseroberfläche schwimmen. Die Beeren müssten sonst mühsam per Hand gepflückt werden. Die Früchte können nun mit einer speziellen Maschine einfach abgeschöpft oder vom Wasser abgesaugt werden. Manche Farmer sammeln die Cranberries sogar mithilfe von Booten ein. Bis zu 250 Tonnen der Beeren werden auf diese Weise täglich geerntet.

Alles in allem ist die Cranberryernte immer ein großes Schauspiel. Übrigens liegt bei dieser Erntemethode der Ursprung für einen weiteren Irrtum über Cranberries. Denn manche Leute glauben deshalb, die Pflanzen würden im Wasser wachsen. Nach der Ernte werden die Beeren gewaschen und für den Handel konserviert. Doch vorher muss die Cranberry noch einen Hüpftest bestehen.

Warum Cranberries durch den Hüpftest müssen…

Es mag zuerst merkwürdig klingen, doch die Qualität von Cranberries wird anhand ihrer Hüpfeigenschaft bewertet. Einer der alten Farmer in New Jersey, John Webb, war der erste, der die hüpfende Eigenschaft der Früchte entdeckte. Durch sein Holzbein war es ihm nur schwer möglich die Früchte vom Heuboden seiner Scheune in den Keller zu tragen. Also schüttete er die Cranberries einfach die Treppe hinunter.

Dabei bemerkte er, dass nur frische und feste Beeren die Stufen runter hüpften. Die Beschädigten blieben oben liegen. Auf dieser Beobachtung beruht die Entwicklung von einem Gerät, dem Cranberry-Separators, der die Hüpfeigenschaft der Ernte zur Qualitätskontrolle überprüft. Mit diesem einfachen Test lässt sich auch feststellen, ob die Cranberries aus dem eigenen Garten frisch sind.

Doch wenn es um Cranberries geht, stehen meistens ihre gesunden Eigenschaften im Mittelpunkt. Sehr bekannt sind die Beeren für Ihre Heilkraft gegen Blasenentzündung. Einer der Hauptgründe, warum die Cranberry hierzulande so im Trend ist. Doch Studien belegen über ihre Wirksamkeit allerdings etwas anderes.

Cranberries gegen Blasenentzündung: Helfen sie wirklich?

Es ist umstritten, dass Cranberries bei Harnwegsinfektionen helfen oder dagegen vorbeugen. Bisher ist Wirkung nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Vielmehr zeigen neuere Studien, dass Cranberrys wohl doch nicht bei Blasenentzündung helfen.

Bei einer Studie mit älteren Menschen, die anfällig für Harnwegsinfekte waren, testete man die Wirksamkeit. Das Ergebnis war ernüchternd. Alle Teilnehmer erkrankten fast genauso häufig an einer Blasenentzündung, wie sonst auch. Es spielte keine Rolle, ob die Teilnehmer Cranberry-Produkte konsumierten oder ein Placebo erhielten. Völlig nutzlos ist die Cranberry deshalb aber nicht.

Die Früchte sind wertvolle Vitaminlieferanten. Sie enthalten die Vitamine A, C und K sowie Kalium, Magnesium und Natrium. Zudem enthalten sie Antioxidantien. Das ist auch der Grund, warum die Cranberry den Ruf als Superfood genießt. Die kleinen Beeren sind daher ein gesunder Snack und ein Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung.

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