Echter Kümmel hilft bei Magen- und Darmbeschwerden

 

Schon seit dem frühen Mittelalter ist der Echte Kümmel Carum carvi als Gewürz- und Heilpflanze bekannt und wird zur Linderung von Verdauungsbeschwerden in Speisen verwendet. In der Medizin werden ausschließlich die Samen verwendet, bei denen es sich botanisch gesehen eigentlich um Früchte handelt. Die kleinen Früchte enthalten 3-7% ätherisches Öl, das zu über 50% aus Carvon besteht. Das daraus gewonnene Kümmelöl besitzt nachweislich eine krampflösende und antibakterielle Wirkung. Echter Kümmel hemmt die Bildung von krankheitserregenden Keimen ohne dabei einen negativen Effekt auf die nützlichen Darmbakterien wie Laktobazillen oder Bifidobakterien zu haben.

Echter Kümmel in voller Blüte

Blütendolden des Echten Kümmels

Indem das Kümmelöl die Oberflächenspannung des Magen- und Darmsaftes reduziert, verhindert es zudem die Bildung von Schaum und wirkt dadurch entblähend. Gleichzeitig fördert das aromatische Gewürzkraut die Durchblutung der Magen- und Darmschleimhäute und regt den Appetit wieder an, nachdem es das unangenehme Völlegefühl gelindert hat. Aufgrund seiner krampflösenden und verdauungsfördernden Eigenschaften zählt die alt bewährte Heilpflanze zu den effektivsten Heilmittel bei Blähungen.

In der Wissenschaft ist der Echter Kümmel ebenfalls ein anerkanntes Mittel gegen Verdauungsbeschwerden, sofern es sich um leichte krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Trakt sowie Blähungen und Völlegefühl handelt. Bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur gilt Echter Kümmel daher als zugelassene Arzneipflanze.

 

Lieber im Garten ernten als in freier Wildbahn

Der Echte Kümmel ist in weiten Teilen Europas verbreitet und wächst häufig auf Wiesen, Äckern oder an Wegrändern. Schnell kommt hier vielleicht die verlockende Idee den Kümmel einfach von den Wiesen ernten zu wollen. Doch zu leicht können die weißen Blütendolden oder Fruchtstände mit giftigen Doppelgängern verwechselt werden, weshalb nur sehr erfahrene Pflanzenkenner oder besser Fachleute den Kümmel in der freien Wildbahn ernten sollten.

Am sichersten ist es den Kümmel im eigenen Garten zu kultivieren. Er bevorzugt einen sonnig bis halbschattigen Standort und einen sandig- lehmigen Boden, der trocken bis leicht feucht ist. Damit der Echte Kümmel möglichst viele von seinen heilenden Früchten bilden kann, benötigt er ausreichend Nährstoffe. Es wird daher empfohlen die Pflanze jeweils im Frühjahr, Sommer und Herbst zusätzlich mit organischem Dünger zu versorgen.

Von Mai bis Juni erscheinen dann seine zarten filigranen weißen Blütendolden, mit denen er bis zur Ernte zunächst den Garten ziert. Im Juni und Juli sind dann die 5 cm langen Spaltfrüchte, die bei voller Reife in sichelförmige Teilfrüchte zerfallen, zur Ernte bereit.

Ernte und Verwendung

Die kleinen braunen Früchtchen werden am besten noch kurz vor ihrer vollen Reife geerntet, da sie sonst, wie es die natürliche Ausbreitung vorsieht, leicht zu Boden fallen und damit quasi nicht mehr aufgelesen werden können. An einem warmen und belüfteten Platz können die ausgebreiteten Kümmelfrüchtchen trocknen. Während diese trocknen, entfaltet sich ihr intensiv würziges Aroma.

Kümmelsamen

Diese Kümmelsamen sind zur Ernte bereit.

Aus den getrockneten Kümmelkörner lässt sich dann bei Bedarf Kümmeltee zubereiten. Pro Tasse reichen zwei Teelöffel von den Früchtchen, die mit kochenden Wasser übergossen werden. Nach 10 min Ziehzeit müssen die Kümmelkörner nur noch mit einem Sieb herausgefiltert werden.

 

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