Gemüse anbauen: 10 häufige Anfängerfehler im Garten

Mangold in der Mischkultur

Beim ersten Gemüseanbau kommt es neben ersten Ernteerfolgen auch zu typischen Pannen, die fast jedem Gärtner schon einmal passiert sind. Von Gemüse, das dem Gärtner sprichwörtlich über den Kopf wächst und die Ernte trotzdem aus bleibt, wenn sich die Tomaten nicht mit den Erbsen vertragen, das Gemüse zäh oder schlapp wird bis hin zur Gemüseschwemme oder Ebbe durch ungünstige Aussaat-Rhythmem. Wie du diese und noch mehr klassische Anfängerfehler im Gemüsegarten ganz einfach vermeidest, erfährst du hier auf Botanik Guide in der Themenwoche “Gemüse anbauen für Anfänger”

1. Mit zu vielen Gemüsesorten auf einmal anfangen

Kaum startet das Gartenjahr, ist die Versuchung groß, endlich im Garten loszulegen und gleich alle Lieblingsgemüse anzubauen. Viele Gemüsesorten sind recht einfach zu kultivieren, dennoch gibt es bei jedem Gemüse andere Standort- und Pflegeansprüche zu beachten. Einige Sorten setzen zudem mehr gärtnerische Erfahrung voraus und benötigen besondere Kulturbedingungen. Nicht selten wächst einem dann der Gemüsegarten mit der großen Sortenvielfalt beim ersten Mal sprichwörtlich über den Kopf. Das Gemüse wächst zwar fleißig, aber die Ernte fällt gering aus.

Tipp: Für den Einstieg in den Gemüseanbau ist es besser, zunächst mit einer überschaubaren Anzahl von 8 – 10 einfachen Gemüsesorten zu beginnen. Nach den ersten Ernteerfolgen und etwas mehr praktischen Erfahrungen kann man schrittweise auch anspruchsvollere Gemüsearten ausprobieren.

Beliebte Gemüsesorten für Einsteiger
Radieschen, Salat, Spinat, Kohlrabi, Busch-Bohnen, Kürbis, Mangold, Zucchini, Erbsen, Topinambur, Zwiebeln, Meerrettich

Kartoffelfeld

2. Der Gemüsegarten ist für den Anfang viel zu groß

Wer einen großen Garten hat, für den liegt es nahe, doch einfach die ganze verfügbare Anbaufläche zu nutzen. Schließlich freut man sich auf eine reiche Ernte. In der Praxis merkt man jedoch erst später, wie viel Zeit man tatsächlich für die Pflege des Gartens am Wochenende oder neben dem Alltag aufbringen kann. Die Menge an bereitstehendem Gießwasser spielt ebenfalls eine Rolle, in welcher Größe ein Garten erfolgreich bebaut werden kann.

Tipp: Für den Anfänger eignen sich kleinere Gartenflächen von 100 bis 200 m². Ein Gemüsegarten dieser Größe reicht für mindestens vier Personen. Die übrige Anbaufläche kann so lange mit einer Gründüngung bebaut werden.

3. Gemüse nicht regelmäßig nachsäen

In einigen Gärten herrscht im Laufe der Saison entweder eine Gemüseschwemme oder ständig Ebbe. Der Grund: Die Menge und der Rhythmus der Aussaat sind nicht optimal.

Das Problem: Die meisten säen jedes Gemüse nur einmal im Jahr aus. Dabei wird oft das ganze Saatgut aufgebraucht. Die Freude über die vielen gleichzeitig heranwachsenden Pflänzchen, die eine reiche Ernte versprechen, ist natürlich groß. Wie ertragreich diese sein können, wird jedoch gerne unterschätzt. So kann es passieren, dass es plötzlich zu einer regelrechten Gemüseschwemme kommt, da mehrere Gemüsearten in großen Mengen zur selben Zeit reif werden.

Da die Ernte jetzt riesig ist, weiß man gar nicht, wie man den gigantischen Ertrag verwerten soll. Andere hingegen bekommen während der Saison kaum Nachschub, da keine Nachsaat vorgenommen wurde.

Tipp: Bestimmte Gemüsesorten wie z.B. Radieschen, Salat und viele weitere können öfters im Jahr ausgesät werden. Am besten sät man etwa alle drei bis vier Wochen immer wieder kleinere Mengen aus. So wird das Gemüse nacheinander reif und man kann regelmäßig über einen längeren Zeitraum ernten.

4. Die Bodenbeschaffenheit nicht berücksichtigen

Ein guter und fruchtbarer Boden spielt eine entscheidende Rolle beim erfolgreichen Gemüseanbau. In neu angelegten Gärten erfüllt der Boden meist noch nicht die Ansprüche für Gemüsepflanzen. Bevor es mit dem Anbau losgeht, sollte man zunächst herausfinden, um welche Bodenart es sich handelt. Je nachdem, was die Analyse ergibt, muss der Boden entsprechend bearbeitet und verbessert werden. Mehr dazu findest du im Beitrag: Gartenboden: 6 Ursachen warum Gemüse nicht wächst

Erdboden

5. Gemüse mit ungünstigen Nachbarpflanzen kombinieren

Manche Gemüse vertragen sich nicht miteinander und hemmen sich gegenseitig im Wachstum. So gelten z. B. Erbsen und Tomaten als keine guten Nachbarn. Genauso gibt es Pflanzen, die im Gemüsebeet die perfekten Nachbarn sind und zusammen umso besser gedeihen. Sie halten sich gemeinsam Schädlinge fern und profitieren voneinander. Bei der Beetplanung gilt es daher stets ungünstige Pflanzenkombinationen zu vermeiden.

6. Gemüse zu dicht pflanzen

Beim Auspflanzen wirkt die Anbaufläche im Vergleich zu den kleinen Jungpflanzen ziemlich groß. Für die meisten ist es deshalb anfangs schwer vorstellbar, wie schnell die Pflanzen später die Lücken im Beet schließen. Oft wird die Wuchskraft unterschätzt und das Gemüse viel zu dicht gepflanzt. Damit die Pflanzen gedeihen können, benötigen sie jedoch genug Platz. Die Einhaltung der Pflanzabstände ist deshalb sehr wichtig.

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7. Ohne Gartenplan drauf loslegen

Im Frühling ist die Verlockung groß ins Gartencenter zu fahren und einfach eine ganze Palette von Saatgut oder Gemüsepflänzchen zu holen. Doch spätestens beim Einpflanzen treten schon die ersten kleineren Pannen auf, da man entweder jeweils zu wenig von einer Gemüsesorte gekauft hat oder mehr, als man unterbringen kann. Schließlich muss man noch genug Abstand zwischen den Pflanzen lassen.

Ohne Gartenplan ist die Chance groß, dass man das Gemüse an einen ungeeigneten Standort setzt oder mit ungünstigen Nachbarn kombiniert. Häufig wird auch sehr schnell vergessen, wo genau etwas gesät und angepflanzt wurde.

Tipp: Ein Gartenplan muss nicht aufwändig sein. Er sollte festhalten, wie groß die Gemüsebeete sind und wie sie bepflanzt werden. So lässt sich die benötigte Pflanzenmenge besser einschätzen und Fehler bei der Standortwahl werden vermieden.

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8. Zu komplizierte Pläne verwenden

Einige starten gleich mit einer sehr umfangreichen Gartenplanung. In der Praxis gelingt es aber nicht immer, alles nach Plan umzusetzen, da im Garten oft vieles anders kommt als gedacht. Gerne werden aufwändige Pflanzpläne einfach übernommen oder zusammengestellt, von denen manche für den Anfang zu komplex und nicht immer eins zu eins auf den eigenen Garten übertragbar sind.

Tipp: Als Besitzer eines neuen Gartens, muss man zunächst mehr über die tatsächlichen Anbaubedingungen herausfinden. An welchem Standort bestimmte Pflanzen am besten gedeihen und weitere Besonderheiten ergeben sich erst in der Praxis. Gärtnern ist daher immer eine Mischung aus Planung, Improvisieren und Experimentieren. Einfache und gut anpassbare Pflanzpläne mit pflegeleichten Gemüsesorten eignen sich für Einsteiger besser und führen leichter zum Erfolg.

Kürbis

9. Das Gemüse zu viel oder zu wenig düngen

Der Gartenboden ist die Grundlage für eine reiche Ernte. In Gärten ist der Boden allerdings häufig mit Stickstoff, Phosphor und Kalium überdüngt, während bei anderen Nährstoffen ein Mangel vorliegt. Durch die unausgewogene Nährstoffversorgung wird das Gemüse schnell anfällig für Krankheiten oder bekommt Mangelerscheinungen.

Tipp: Wie viel Dünger ein Gemüse benötigt, hängt vor allem davon ab, ob es sich um einen Schwachzehrer, Mittelzehrer oder Starkzehrer handelt. Wer den Nährstoffgehalt seines Bodens herausfinden möchte, kann eine Bodenanalyse durchführen lassen. Dazu wird eine Erdprobe in ein Labor gesendet. An welchem Mangel oder Überschuss an Nährstoffen das Gemüse leidet, lässt sich auch am Wachstum oder den Blättern erkennen.

Auf Hortipendium findest du Bilder, mit denen du die Symptome von Mangelerscheinungen oder Überdüngung bei deinem Gemüse bestimmen kannst: Nährstoffmangel und Nährstoffversorgung hier bestimmen.

10. Den Gemüsegarten zu wenig gießen

Gemüse ist sehr durstig. Besonders beim Auspflanzen und während des Fruchtansatzes benötigt es viel Wasser. Hat das Gemüse keine ausreichende Wasserversorgung, leiden Gurken, Paprika & Co. im Sommer schnell unter der Trockenheit. Die Folge sind zu klein geratenes, verholztes oder vertrocknetes Gemüse. Macht das Gemüse bereits schlapp und wird anschließend rasch mit einer großen Wassermenge gegossen, können die Zellen in den Pflanzen platzen.

Eine gute Wasserversorgung ist Grundvoraussetzung für gesunde Gemüsepflanzen und eine üppige Ernte. Der Boden sollte daher immer gleichmäßig feucht gehalten werden.

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