Die Ölweide: Die vielseitige Verwandte vom Sanddorn

Ölweide

Ölweiden sind ein schmackhaftes Wildobst und eine wertvolle Bienenweide. Mit ihren betörend süßen Duft, den sogar die Parfümindustrie verwendet, und der bunten Vielfalt ihrer Blätter und Früchte verwandelt sie den Garten in ein Dufterlebnis und ist einfach ein toller Blickfang. Dazu düngen sich Ölweiden selbst und steigern sogar den Ertrag von Obstbäumen. Wie der Pflanze das gelingt und noch mehr über das kaum bekannte Allroundtalent im Garten, erfährst du in diesem Beitrag.

Die Ölweide – eine Verwandte vom Sanddorn

Viele kennen den Sanddorn als herbstliches Wildobst. Bis in den Dezember leuchten die orangefarbenen Früchte am Strauch und liefern in der kalten Jahreszeit reichlich Vitamin C. Kaum bekannt dagegen ist seine Verwandte, die vielseitige und dekorative Ölweide (Elaeagnus).

Auf den ersten Blick weisen die beiden Sträucher kaum Gemeinsamkeiten auf. Die Blätter des Sanddorns sind klein und sehr schmal, das Laub der Ölweide ist hingegen wesentlich breiter und erinnert an Weidenblätter. Doch spätestens im Herbst, wenn Sanddorn und Ölweide ihre leuchtenden Früchte zeigen, lässt sich die Verwandtschaft zwischen den beiden gut erkennen. Die roten Beeren der Ölweide sehen denen vom Sanddorn sehr ähnlich, schließlich kommen die zwei aus der gleichen Familie, den Ölweidengewächsen.

Sanddornbeeren
Der Sanddorn ist mit der Ölweide verwandt

Innerhalb dieser Familie bilden Ölweiden die größte Gattung. Weltweit gibt es über 40 verschiedene Ölweiden-Arten. Die meisten stammen aus Asien, einige aus Südeuropa und Nordamerika. Die große Vielfalt der Ölweiden zeigt sich in ihren zahlreichen Varianten von Blättern und Früchten.

Sommer- und immergrüne Ölweiden

Unter den Ölweiden gibt es sommergrüne Arten, die im Herbst ihre Blätter verlieren, und immergrüne Arten, die ihr Laub den Winter über behalten. In unserem Klima sind die frostigen Winter den immergrünen Ölweiden jedoch meist zu kalt, sodass sie die Blätter trotzdem abwerfen. Obwohl sie ausreichend winterhart sind, behalten sie ihr Laub nur in milden Wintern. Mit den ersten warmen Frühlingstagen treiben die Ölweiden allerdings schon bald wieder neue Blätter aus.

Laubwerfende Ölweiden
Essbare Ölweide (Elaeagnus multiflora)
Korallen-Ölweide (Elaeagnus umbellata)
Schmalblättrige Ölweide (Elaeagnus angustifolia)
Silber-Ölweide (Elaeagnus commutata)

Immergrüne Ölweiden
Wintergrüne Ölweide (Elaeagnus ebbingei)
Dornige Ölweide (Elaeagnus pungens)

Die bunte Vielfalt der Ölweiden-Blätter

Ölweiden sind bekannt für ihre zahlreichen Blattformen und Farben. Die Farbtöne reichen von Graugrün über Dunkelgrün bis Gelbgrün. Darunter gibt es unzählige Nuancen von Grüntönen. Die Sträucher gibt es sogar mit buntem Laub, wie die Buntlaubige Ölweide (Elaeagnus pungens ‘Maculata’). Die Blätter dieser Sorte haben mehrere Farben und sind mit Gelb, Hell- und Dunkelgrün panaschiert.

Auch die Form ihrer Blätter ist sehr unterschiedlich und variiert von breit-elliptisch bis lanzettlich. Ab dem Sommer sorgt die dekorative Ölweide für ein weiteres Highlight im Garten, wenn sie ihren süßen Blütenduft verströmt.

Der süße Duft der Ölweidenblüte – Sogar bei der Parfümindustrie begehrt

So verschieden wie die Blattvarianten und Formen der Ölweide sind, ist auch die Blütezeit. Bei vielen Ölweiden beginnt die Blüte im Sommer, bei anderen Sorten erst im Herbst bis in den Winter hinein. Die zahlreichen Blüten erinnern an kleine zartgelbe Trichter und sitzen oft etwas versteckt unter dem Laub. Die Mini-Blüten sind zwar recht unscheinbar, duften dafür umso stärker. Den süßen Duft der Ölweide nutzt sogar die Parfümindustrie. Für edle Duftkombinationen wird häufig der Blütenduft der Schmalblättrigen Ölweide verwendet.

Sobald die Ölweide ihre Blüten öffnet, verbreitet sie in ihrer Umgebung einen sehr intensiven süßlichen Duft. Den Garten verwandelt sie dabei in ein angenehmes Dufterlebnis. Bienen werden davon geradezu magisch angezogen und laben sich am Nektar. Ölweiden, von denen es Sträucher oder kleine Bäume gibt, sind daher eine ideale Nektarweide im bienenfreundlichen Garten. Spätblühende Arten gelten im Herbst als besonders wertvolle Nektarspender, wenn das Nahrungsangebot für Bienen & Co. bei anderen Pflanzen knapp wird. Da Ölweiden zweihäusig sind, gelingt die Bestäubung der Blüten meist nur, wenn neben dem Weiblichen auch ein männliches Exemplar in der Nähe wächst. Damit aus den zahlreichen Blüten später einmal eine reiche Ernte wird, sollten deshalb im Garten immer zwei Ölweiden gepflanzt werden.

Korallenrote Früchte – Marmelade & Gelee aus essbaren Ölweiden-Beeren

Im Herbst ziehen die leuchtend roten Beeren der Ölweide die Blicke auf sich. Besonders auffällig an den Scheinbeeren: Auf der Schale der kugeligen Früchte sitzen rundherum kleine weiße Pünktchen. Die Farbpalette der Beeren reicht von Braun, Dunkelrot bis hin zu einem kräftigen Korallenrot. Manche Varianten bilden sogar gelbe Früchte.

Ölweide

Einige Arten der Ölweide tragen essbare Früchte, die in der Küche so vielseitig verwendet werden können wie Sanddorn. Die saftigen Beeren schmecken herb säuerlich und stecken voller Vitamin C und Mineralstoffe. Sie lassen sich gut zusammen mit anderem Wildobst zu Marmelade, Gelee, Kompott oder Likör verarbeiten. Vor dem Verzehr müssen immer alle Kerne aus den Stein-Früchten entfernt werden, indem man die Beeren kocht und durch ein Sieb passiert. Zu den essbaren Ölweiden gehören meist laubwerfende Arten. Hierzulande wird z.B. die Reichblütige Ölweide (Elaeagnus multiflora) am häufigsten angepflanzt.

Neben den essbaren Ölweiden gibt es auch Arten, deren Beeren sich nicht zum Verzehr eignen. Diese sind zwar nicht giftig, aber einfach ungenießbar. Vögel lieben die kugeligen Früchte jedoch sehr und finden bei der Ölweide eine wertvolle Nahrungsquelle.

Essbare Ölweiden

Reichblütige Ölweide (Elaeagnus multiflora)
Die Reichblütige Ölweide ist auch als Essbare Ölweide bekannt und stammt aus Nordostasien. Sie ist ein robuster laubwerfender Strauch. Von Mai bis Juni duften ihre Blüten herrlich süß, die saftigen süß-sauren Beeren erscheinen ab August bis September.

Korallen-Ölweide (Elaeagnus umbellata)
Eine der bekanntesten Arten ist die Korallen-Ölweide. Der bis zu vier Meter hohe dornige Strauch ist frosthart und sehr robust. Im Winter wirft die Ölweide ihr Laub ab, während die Beeren von Ende September bis November am Strauch hängen bleiben. Die Korallen-Ölweide schmeckt saftig und süßsauer. Die Blüte erscheint von Mai bis Juni.

Schmalblättrige Ölweide (Elaeagnus angustifolia)
Mit den hellgelben Früchten gilt die Schmalblättrige Ölweide hierzulande als Alternative zum Olivenbaum. Durch ihr schmales, graugrünes Laub sorgt sie für mediterranes Flair im Garten und auf der Terrasse. Die Ölweide wächst entweder als Strauch oder als kleiner Baum und blüht von Mai bis Juli. Die essbaren Früchte werden bereits ab Juli reif und oft in der orientalischen Küche verwendet. In unseren Breitengraden ist die Schmalblättrige Ölweide allerdings nicht frosthart und benötigt einen geschützten Ort zum Überwintern.

Darum tragen spätblühende Ölweiden oft keine Beeren

Von einigen Ölweiden bekommt man die kleinen Früchte manchmal gar nicht erst zu sehen. Das betrifft meist die spätblühenden Sorten. Der Grund: Da deren Blüte erst im späten Herbst beginnt, können die Beeren nicht mehr rechtzeitig bis zum Frost ausreifen. Dafür ist die Vegetationszeit hierzulande zu kurz. Im Garten sind sie dennoch eine wertvolle Bereicherung und haben einen positiven Effekt auf den Ertrag von Obstbäumen.

Ölweiden düngen sich selbst & ernähren sogar Obstbäume

Ölweiden gehören zu den Pioniergehölzen und besitzen eine besondere Fähigkeit. Die Sträucher trotzen nicht nur Hitze, Trockenheit und Wind. Sie gedeihen auch auf nährstoffarmen Böden und ernähren dabei sogar Nachbarpflanzen wie z.B. Obstbäume. Wie der Ölwiede das gelingt? Sie produziert einfach ihren eigenen Dünger mithilfe der Bakterien-Art Frankia alni, mit der sie in Symbiose lebt.

Die Bakterien helfen der Pflanze, den Stickstoff aus der Luft umzuwandeln und in den knöllchenartigen Gebilden an der Wurzel zu binden. Auf diese Weise gelingt den Ölweiden die Besiedlung stickstoffarmer Böden, auf denen sie ohne die Bakterien wohl kaum eine Chance hätten.

Von den gewonnen Nährstoffen bzw. dem Stickstoff profitieren auch Nachbarpflanzen. Die Bakterien (Frankia alni) speichern Stickstoff äußerst effektiv, sodass auf den nährstoffarmen Böden sogar wieder stickstoffliebende Pflanzen wachsen. Dies konnte man z.B. bei Erlen beobachten, die eine Symbiose mit den Bakterien haben, unter denen sich Brennnesseln ansiedeln. Auch bei Obstbäumen wurden höhere Erträge beobachtet, wenn in der Nähe Ölweiden wachsen. Die dekorativen Ölweiden können daher auch zur Gründüngung eingesetzt werden.

Ölweiden – Robust & für’s Stadtklima geeignet

Die robusten Sträucher sind im Garten als auch in der Stadt ein Allroundtalent. Ölweiden gedeihen auch im heißen trocknem Stadtklima. Luftverschmutzung, Wind, Salz und sogar kurze Überschwemmungen machen ihr wenig aus. Sie ist daher eine ideale Bepflanzung für schwierige Standorte in Städten, z.B. als Heckenpflanze neben Straßen, an denen andere Pflanzen das Streusalz nicht vertragen.

Ölweiden im Garten

Im Garten können Ölweiden als Solitär- und Gruppengehölze, Hecken und Formschnitt oder im Kübel gepflanzt werden. Für jeden Zweck gibt es passende Arten. Bei der Auswahl spielt vor allem die Winterhärte eine wichtige Rolle. Soll die Ölweide den Garten das ganze Jahr über schmücken, muss die Art winterhart sein. Beim Kauf sollte man sich daher zur Sicherheit genau über die Winterhärte der jeweiligen Art erkundigen. Allgemein vertragen die Sträucher Temperaturen von bis zu – 8°C. Im Kübel auf der Terrasse lassen sich auch frostempfindliche Ölweiden kultivieren, wenn diese frostfrei überwintert werden.

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