Häufiger Irrtum: Wieso die Flüssigkeit in Kokosnüssen gar keine Kokosmilch ist

Kokosmilch stammt nicht aus der Kokosnuss

Der Irrtum ist weitverbreitet, dass man Kokosmilch einfach direkt aus der Kokosnuss trinken kann. Öffnet man eine Kokosnuss, fließt aus ihr bloß Wasser. In diesem Beitrag erfährst du, woher die Kokosmilch tatsächlich kommt, den Unterschied von Kokosmilch und Kokoswasser und warum Kokospalmen überhaupt so viel Wasser in den Kokosnüssen einlagern.

 

 

Jeder hat schon mal im Sommerurlaub, Reiseprospekt oder in Filmen gesehen, wie Leute genüsslich mit einem Strohhalm aus einer frisch geöffneten Kokosnuss trinken. Viele denken, dass es sich bei dem erfrischenden Drink um die allseits begehrte Kokosmilch handelt. Schließlich sieht man immer wieder auf Verpackungsbildern z.B. von Kokosprodukten, wie die weiße Milch direkt aus der offenen Kokosnuss fließt. Wer jedoch selbst eine Kokosnuss öffnet, findet dort neben dem weißen Fruchtfleisch allerdings nur klares Wasser vor. In einigen Kokosnüssen ist sogar gar keine Flüssigkeit enthalten. Von der beliebten Kokosmilch fehlt jede Spur.

Die große Ansammlung von klarem Wasser, wie bei Kokosnüssen, ist in dieser Form in der Botanik dazu sehr ungewöhnlich. Normalerweise speichern Pflanzen Wasser in den Zellen von Stämmen, Blättern, Früchten oder in anderen Pflanzenteilen. In Kokosnüssen schwimmt das Wasser dagegen in größeren Mengen außerhalb der Zellen frei herum, ähnlich wie in einem Wasserbehälter. Doch was hat es mit dem Wasser in der Kokosnuss auf sich? Und woher kommt die Kokosmilch, wenn nicht direkt aus der Kokosnuss?

Kokoswasser wird oft mit Kokosmilch verwechselt

Das meist klare bis leicht trübe Wasser, das beim Öffnen aus der Kokosnuss fließt, ist das sogenannte Kokoswasser. Es wird oft mit der weißen Kokosmilch verwechselt, ist jedoch ebenso gesund. Kokoswasser schmeckt süßlich und gilt als Energielieferant. Es enthält neben Kalorien viele wertvolle Vitamine und Mineralstoffe.

Doch die vielen Nährstoffe im Kokoswasser liefern nicht nur uns Menschen jede Menge Energie. Kokospalmen legen in den „Nüssen“ große Nährstoffspeicher an, um damit ihren Nachwuchs zu versorgen. Aus botanischer Sicht ist die Kokosnuss gar keine Nuss, sondern eine Steinfrucht, ähnlich wie Kirschkerne. Diese setzt sich aus mehreren Schichten zusammen und enthält den winzigen Keimling, der beim Öffnen der Kokosnuss kaum zu sehen ist. Das weiße Fruchtfleisch und das klare Wasser dienen dem Palmenkeimling als Nährstoffvorrat. Aus dem Kokoswasser bekommt der Palmennachwuchs alle Nährstoffe wie z.B. Aminosäuren, Zucker, Kalzium, Vitamin C und Pflanzenhormone, die er zum Keimen benötigt. Die neue Palmengeneration ist dadurch optimal mit Nahrung versorgt, wenn sie die ersten grünen Blätter bildet und mit dem Wachstum startet.

Sobald die Kokosnuss keimt, bohrt sich der Keimling durch einer der drei Keimlöcher, die man als die typischen drei Punkte auf der Schale erkennt. Das Loch, durch das sich der Palmenkeimling seinen Weg bahnt, wird immer weicher, während die anderen beiden Löcher verhärten. Daher wird in der Regel das weichere Loch der Kokosnuss geöffnet, um leichter an das süße Kokoswasser zu gelangen.

Je reifer die Kokosnuss allerdings ist, desto weniger Wasser ist in ihr enthalten. Wenn die Palme erst einmal keimt, schwillt der Keimling immer weiter an und füllt schließlich den gesamten Raum der Kokosnuss aus. In tropischen Ländern erntet man daher die grünen und unreifen Kokosfrüchte, um möglichst viel Kokoswasser als Trinkwasserersatz zu gewinnen.

Kokoswasser als Trinkwasserersatz und Streetfood

Kokoswasser wird in den Tropen als Trinkwasserersatz verwendet. Auf Inseln wie den Molukken gelten Kokosnüsse sogar als eine der wichtigsten Wasserquellen. Die grünen jungen Kokosnüsse enthalten reichlich Kokoswasser. Solange die Kokosfrucht verschlossen ist, bleibt das Kokoswasser keimfrei und eignet sich somit ideal als Trinkwasser. Eine Nuss kann bis zu einem Liter Wasser liefern. Etwa drei bis fünf Kokosnüsse pro Tag reichen aus, um einen Erwachsen mit der notwendigen Menge an Flüssigkeit zu versorgen. In den heißen Tropen ist das erfrischende Kokoswasser ein beliebter Durstlöscher. Die unreifen Kokosfrüchte werden dort häufig trinkfertig mit einem Strohhalm als Streetfood angeboten. Doch woher kommt nun die Kokosmilch?

Kokosmilch wird maschinell hergestellt!

Die leckere Kokosmilch wird gar nicht direkt aus der Kokosnuss gewonnen, sondern aus dem weißen Fruchtfleisch hergestellt. Das Fruchtfleisch wird dazu herausgeschält, in kleine Stückchen geschnitten und mit etwas Wasser in einem Mixer püriert. Danach wird das Gemisch ausgepresst und die gesunde Kokosmilch ist fertig. Bei der selbstgemachten Kokosmilch setzt sich nach einem Tag der Fettanteil der Milch langsam an der Oberfläche ab. Wird das Kokosfett abgeschöpft, erhält man auf diese Weise Kokossahne, durch Schütteln vermischt sich das Fett wieder. Kokosmilch ist sehr nahrhaft und steckt voller wichtiger Mineralstoffe und Spurenelemente. Sie enthält: Calcium, Kalium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Jod, Mangan, Zink, und die Vitamine B6, C und E.

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