Tomaten vorziehen: Anzucht-Anleitung für kräftige und gesunde Jungpflanzen

Tomaten an der Pflanze
Viele reife Tomaten im Garten [©Piman Khrutmuang]/stock.adobe.com

Tomaten neigen schnell zum sogenannten „Vergeilen“ oder wachsen nicht richtig, wenn die Wachstumsbedingungen bei der Anzucht nicht stimmen. In dieser Anleitung zeigt dir Botanik Guide, wie du kräftige und gesunde Tomatenjungpflanzen heranziehst, die später reichlich Ernte bringen.

1. Die Aussaat: Auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an

Zur idealen Aussaatzeit von Tomaten hört man immer wieder unterschiedliche Angaben. Manche empfehlen die Aussaat schon im Februar, bei anderen erfolgt sie im März oder erst im April. Doch wann ist eigentlich der optimale Zeitpunkt, um mit der Tomaten-Anzucht zu beginnen?

Tomaten nicht zu früh aussäen

In den meisten Fällen werden Tomaten zu früh vorgezogen. Nach einem langen Winter können viele es kaum abwarten ins neue Gartenjahr zu starten und machen sich bereits Anfang Februar ans Werk. Tomaten brauchen jedoch sehr viel Licht, woran es im Winter mangelt. Werden sie jetzt schon ausgesät, vergeilen die Keimlinge nach kurzer Zeit. Durch den Lichtmangel bilden sie lange dünne Stängel und bekommen gelbe Blätter.

Damit die Keimlinge zu kräftigen Jungpflanzen heranwachsen, lohnt es sich mit der Aussaat etwas zu warten. Der beste Zeitpunkt zur Tomaten-Aussaat ist deshalb ab Ende Februar. Bis etwa zum 20. März sollte man alle Tomaten aussäen. Spätere Aussaaten sind zwar möglich, in der Praxis entwickeln sich die Pflanzen dann aber nicht mehr optimal und liefern oft geringere Erträge.

Welche Erde eignet sich zur Tomaten-Anzucht?

Für die Aussaat sollte man keine normale Blumenerde verwenden, da sie für die empfindlichen Keimlinge zu viel Düngesalz enthält. Zur Anzucht eignet sich nährstoffarme, torffreie Bio-Anzuchterde, die optimal auf die Bedürfnisse von Sämlingen abgestimmt ist.

Wie tief muss man die Samen in die Erde stecken?

Damit Tomaten keimen, dürfen sie nicht zu tief in die Erde gesät werden. Die Samen sollten nur mit einer dünnen Erdschicht (ca. 0,2 – 0,5 cm) bedeckt werden. Eine genaue Anleitung und noch mehr nützliche Tipps zur Aussaat von Gemüse findest du im Beitrag: Gemüse vorziehen: Aussaat, Pikieren und Auspflanzen.

Botanik Guide Tipp

Tomaten direkt in Anzuchttöpfe statt in Saatschalen säen
Normalerweise wird Gemüse immer in eine Saatschale gesät. Das ist vor allem bei sehr kleinen Samen vorteilhaft. Tomaten gehören jedoch zu den Samen, die recht zuverlässig keimen und alternativ auch direkt in Anzuchttöpfe gesät werden können. Auf diese Weise kann man später auf das Pikieren verzichten.

Tomaten brauchen Wärme zum Keimen

Zur Keimung benötigen die wärmeliebenden Tomaten mollige Temperaturen von 20 – 24 °C. Für die Anzucht eignet sich ein kleines Zimmer-Gewächshaus, das man am besten an einen warmen und möglichst hellen Platz stellt. Bis Tomaten keimen, dauert es meist nicht lange. Nach 6 – 10 Tagen zeigen sich die ersten zarten Pflänzchen.

2. Das Geheimnis für kräftige und gesunde Tomatenpflanzen

Tomaten-Jungpflanzen in der Anzucht
Kräftige junge Tomatenpflanzen in Anzuchttöpfen. [©allexxandarx]/stock.adobe.com

Während die Aussaat und Keimung bei den meisten erfolgreich verläuft, treten die ersten Probleme häufig bei der anschließenden Pflege der Sämlinge auf. Durch zu hohe Temperaturen oder Lichtmangel kommt es hierbei schnell zum gefürchteten Vergeilen der Tomaten. Dies lässt sich jedoch mit einfachen Mitteln verhindern.

1. Zunächst sollte man die kleinen Pflänzchen nach der Keimung zügig an einen kühleren Ort stellen. Temperaturen von 16 – 18 °C sind ideal. Der Trick: Dadurch wachsen die Jungpflanzen langsamer und bilden stattdessen dickere und kräftigere Stängel.

2. Die Tomaten brauchen jetzt so viel Licht wie möglich, um ein Vergeilen zu verhindern. Nur so können sie sich optimal entwickeln und wachsen zu gesunden Pflänzchen heran, die später reiche Ernten liefern. Der helle Platz an der Fensterbank reicht in den trüben Spätwintermonaten dazu allerdings nicht aus. Deshalb verwendet man sogenannte LED-Pflanzenlampen, die auf die Lichtbedürfnisse der Pflanzen abgestimmt sind. Erfahrungsgemäß wachsen die Jungpflanzen unter der Lampe deutlich kräftiger und bilden sattgrüne Blätter.

Pflanzen-Lampen
Unter speziellen LED-Pflanzenlampen wachsen Tomaten viel kräftiger. [©88studio]/stock.adobe.com

Pflanzenlampe für Tomaten: Wie lange muss die Beleuchtungszeit sein?

Wenn die Tage im Februar und März noch zu kurz und dunkel sind, sorgt eine energiesparende LED-Pflanzenlampe für das zum Wachstum notwendige Sonnenlicht. Diese wird meist über den Jungpflanzen aufgehängt. Die ideale Beleuchtungsdauer liegt bei etwa 14 – 16 Stunden pro Tag. Mit einer Zeitschaltuhr lässt sich die Beleuchtungszeit noch einfacher steuern und so einstellen, dass sie automatisch z. B. von 6 bis 20 Uhr leuchtet. Passende LED-Pflanzenlampen findest du hier im Fachhandel*.

3. Tomaten pikieren, wenn die ersten richtigen Blättchen da sind

Etwa drei bis vier Wochen nach der Aussaat haben sich die Sämlinge unter der Lampe prächtig entwickelt. Sobald sie die ersten richtigen Laubblätter gebildet haben bzw. vier Blätter besitzen, sind sie bereit fürs Pikieren.

Welche Erde eignet sich zum Pikieren?

Zum Pikieren eignet sich Anzuchterde. Diese ist in der Regel nährstoffarm, kann aber je nach Hersteller auch bereits etwas vorgedüngt sein, um die Jungpflanzen mit den nötigsten Nährstoffen zu versorgen.

Wie groß sollte der Anzuchttopf für Tomaten sein?

Für Tomaten eigenen sich Töpfe mit einem Durchmesser von 10 bis 13 cm. Je größer, desto besser können sich die Pflanzen entwickeln. Anzuchttöpfe für deine Tomaten findest du hier*.

Tomaten in Anzuchttöpfen
Tomaten müssen im Anzuchttopf genug Platz haben. [©Maksim Shebeko]/stock.adobe.com

Tomaten richtig pikieren

Da die Pflänzchen noch sehr empfindlich sind, muss man mit ihnen beim Pikieren vorsichtig umgehen. Zum Umsetzen hebelt man sie mit einem Pikierstab aus der Erde heraus. Anschließend wird der Sämling mit den Fingern an einem Keimblatt genommen und in das vorbereitete Pflanzloch im Anzuchttopf gesetzt. Am Stängel sollte man die Tomatenpflänzchen lieber nicht anfassen, da sie sehr leicht abknicken können.

4. Tomatenjungpflanzen mit ausreichend Nährstoffen versorgen

Tomaten sind hungrig und gehören deshalb zu den Starkzehrern. Je nach Anzuchterde reichen die darin enthaltenen Nährstoffe für etwa vier bis sechs Wochen. Danach brauchen die Jungpflanzen regelmäßige Düngergaben. Da bei ihnen jedoch der Nährstoffbedarf noch nicht so hoch ist wie bei größeren Pflanzen, sollte man zunächst mit einem Flüssigdünger für Tomaten beginnen. Dieser wird am besten stark verdünnt mit dem Gießwasser nach den Anweisungen auf der Packung zugeführt. Hochwertigen Bio-Tomaten-Flüssigdünger für deine Tomatenjungpflanzen gibt es hier*

5.Tomaten vor dem Auspflanzen abhärten

Tomaten werden in den Garten gepflanzt
Tomaten werden ausgepflanzt. [©beerfan]/stock.adobe.com

Bevor die Tomaten in den Garten gepflanzt werden, müssen sie ein paar Wochen davor „abgehärtet“ werden. Auf diese Weise gewöhnen sie sich langsam an die natürlichen Lichtverhältnisse und die dortigen Wachstumsbedingungen. Die Jungpflanzen kommen hierzu tagsüber für ein paar Stunden an einen geschützten Platz nach draußen. Etwas wärmere und bedeckte Tage sind ideal. Am Abend oder sobald es kühler wird, holt man die jungen Tomaten wieder herein.

Hinweis: Bei allen mit (*) gekennzeichneten Links handelt es sich um Werbung.

Das könnte dich auch interessieren …