Warum wachsen Möhren nicht? Das sind die häufigsten Gründe

Frische Möhren aus dem Garten
Frische Möhren aus dem Garten. [©coco]/stock.adobe.com

So mancher Gartenanfänger hat sich vielleicht schon einmal gefragt, warum die selbst angebauten Karotten nicht keimen, aufhören zu wachsen oder wieso die Ernte nur aus krummen oder zweibeinigen Rüben besteht. In diesem Beitrag erfährst du die Ursachen für die sechs häufigsten Probleme beim Karottenanbau.

Karotten sind vom Speiseteller nicht wegzudenken und dürfen deshalb in keinem Gemüsegarten fehlen. Obwohl sie relativ einfach anzubauen sind, gelten sie dennoch immer wieder als Sorgenkinder, die oft nicht richtig wachsen wollen. Entweder lassen sie sich nach der Aussaat gar nicht erst auf der Erdoberfläche blicken oder stellen plötzlich das Wachstum ein.

Reifen die Möhren bis zur Ernte heran, sorgen sie mit ihren teils skurrilen Formen für Verwunderung, wenn statt langer, gerader Wurzeln nur krumme oder zweibeinige Rüben aus der Erde gezogen werden. Doch woran liegt das? Da Möhren zum Wurzelgemüse gehören, ist die Qualität des Gartenbodens für eine üppige Ernte umso wichtiger. Die Ursachen vieler Wachstumsprobleme sind daher im Boden zu finden.

1. Zu nährstoffreiche Böden schaden den feinen Karottenwurzeln

Karotten zählen zu den Mittelzehrern und haben, wie die Bezeichnung schon verrät, einen mittleren Nährstoffbedarf. In den meisten Gärten sind die Böden allerdings durch jahrelange großzügige Nährstoffgaben überdüngt. Die Böden weisen dadurch eine hohe Salzkonzentration auf, sodass die empfindlichen Wurzeln der Möhren verätzt werden und die Pflanzen nicht mehr richtig gedeihen.

Dies erklärt, warum Karotten in neu angelegten Gärten meist besser wachsen, da der Boden hier noch nicht so oft gedüngt wurde. Überdüngte Böden gehören daher zu den häufigsten Gründen, warum der Karottenanbau nicht gelingt. Ob dies auch auf deinen Gemüsegarten zutrifft, lässt sich mit einer Bodenanalyse herausfinden. Mehr dazu im Beitrag: Gartenboden bestimmen und verbessern

2. Die Bodenart eignet sich nicht zum Möhrenanbau

Schwere Böden, die zu Staunässe und Verschlämmungen neigen, bieten keine guten Bedingungen zum erfolgreichen Anbau von Karotten. Durch die Nässe kommt es schnell zu Fäulnis an den Rüben. Nach den Verschlämmungen entstehen starke Verkrustungen, die die winzigen Keimlinge kaum durchbrechen können.

3. Verdichtete Böden hemmen das Wachstum

Auf schweren Lehmböden haben Möhren nicht nur mit Staunässe zu kämpfen, sondern auch mit Verdichtungen. Stoßen die Karotten mit ihrer Primärwurzel auf Widerstand, können sie ab einer gewissen Tiefe nicht mehr weiterwachsen. Damit die Möhren schön lang und gerade werden, darf der Boden bis in einer Tiefe von mindestens 25 – 35 cm keine Verdichtungen aufweisen.

4. Durch Steine wachsen Möhren krumm

Steine oder andere Hindernisse wie schlecht verrottete Materialien im Kompost versperren den Möhren den Weg ins tiefere Erdreich. Die Wurzeln müssen dadurch einen Umweg nehmen und wachsen deshalb krumm. Auf diese Weise verwandeln sich die Möhren dann manchmal in lustige zwei- oder dreibeinige Karotten-Gestalten. Bei der Ernte können Steine und grober Sand im Erdreich die Möhren sogar verletzen und beschädigen. Generell gilt es alles zu vermeiden, was die Möhren beim gesunden Wachstum stören könnte.

5. Viel Wind auf sandigen Böden kann Jungpflanzen verletzen

Wachsen Möhren an einem windigen Standort und auf sehr sandigen Böden kann es zu Winderosionen kommen. Der Sand wirkt wie ein Sandstrahl auf die Karotten, der vor allem bei jungen Pflanzen auf Dauer Verletzungen verursacht. Im ungünstigsten Fall sterben die zarten Pflänzchen ab. Deshalb ist es besser, für die Karotten einen windgeschützten Ort zu wählen oder sie zwischen ein paar andere passenden Gemüsesorten zu pflanzen, die den Wind etwas abhalten.

6. Fehlende Fruchtfolge: Möhren zu oft am gleichen Ort gepflanzt

Um das Auftreten von Krankheiten und Schädlingen wie die gefürchtete Möhrenfliege zu vermeiden, spielt die Fruchtfolge beim erfolgreichen Anbau von Gemüse eine sehr wichtige Rolle. Viele Gemüsearten, darunter auch Karotten, sollten daher am besten jedes Jahr an einem anderen Platz im Garten angebaut werden. Gleiches gilt für Arten, die mit Möhren verwandt sind. So dürfen Pastinaken, Petersilie, Dill, Kerbel, Sellerie oder Knollenfenchel erst nach mindestens 4 – 5 Jahren wieder an derselben Stelle angebaut werden. Auf diese Weise wird das Risiko von Krankheiten reduziert und der Boden geschont. Wie du die Fruchtfolge in deinem Garten einhältst, dabei helfen dir die Botanik Guide Pflanzenpläne und die Große Mischkultur-Tabellen zum Download.

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