Kartoffeln vorkeimen: 2 bewährte Tricks für eine frühe Ernte

Frühkartoffeln
Die Ernte von Frühkartoffeln kann durch Vorkeimen der Knollen bis zu 4 Wochen früher stattfinden. [©weyo]/stock.adobe.com

Keimt man Kartoffeln im Winter vor, können die köstlichen Knollen um einige Wochen früher geerntet werden. Wie dir das ganz einfach gelingt und mit welchem Profitrick du deine Kartoffeln bereits im Mai ernten kannst, erfährst du hier auf Botanik Guide.

Nach einem langen Winter wird das erste Frühlingsgemüse aus dem Garten schon sehnsüchtig erwartet. Zu den beliebtesten Gemüsearten gehören natürlich zarte Frühkartoffeln, die am besten zur Spargelsaison reif werden. Wer seine Kartoffeln rechtzeitig zur Saison anbauen möchte, hört häufig, dass man die Knollen „vorkeimen“ sollte. Doch warum eigentlich? Schließlich könnte man die Kartoffeln auch einfach in die Erde legen, oder?

Kartoffeln vorkeimen bringt mehrere Vorteile

Grundsätzlich muss man Kartoffeln nicht unbedingt vor dem Pflanzen vorkeimen, dennoch lohnt es sich, die Wartezeit auf die Ernte durch das „Vorkeimen“ um zwei bis drei Wochen zu verkürzen. Frühkartoffeln, die zu den schnellwüchsigen Kartoffelsorten gehören, erhalten somit einen zusätzlichen Wachstumsvorsprung. Sobald die Temperaturen steigen, können die jungen Kartoffeltriebe direkt mit dem Wachstum durchstarten, da sie das Keimstadium bereits im Winter abgeschlossen haben.

Die verfrühte Kartoffelernte bereichert jedoch nicht nur die Frühlingsküche. Da die Beete schneller abgeerntet sind, entsteht schneller Platz für den Anbau neuer Gemüsesorten. So lässt sich der Platz in kleinen Gärten effektiver nutzen. Bevor es losgeht, gilt es jedoch vorher die richtigen Kartoffeln zum Vorkeimen auszuwählen. Was ist damit gemeint?

Zum Vorkeimen immer Saatkartoffeln verwenden

Es ist sehr verlockend einfach die bereits keimenden Speisekartoffeln aus der Küche in den Garten zu pflanzen. Schließlich hat fast jeder hin und wieder ein paar grüne Knollen herumliegen. Oft ist zu hören, man könne diese einpflanzen, da aus ihnen neue Kartoffelpflanzen wachsen würden. In der Praxis eignen sich diese jedoch nur bedingt zum Anbau im Garten und liefern oft geringere Erträge.

Das liegt daran, dass Kartoffeln aus dem Supermarkt für eine lange Lagerzeit optimiert sind, bei der das Keimen verhindert werden soll. Meist sind sie, sofern es sich nicht um Biokartoffeln handelt, mit einem keimhemmenden Mittel behandelt. Keimen die Knollen dennoch, bilden sie durch die Aufbewahrung im Dunkeln sehr dünne, längliche und viel zu schwache Triebe. Häufig brechen diese später beim Auspflanzen leicht ab. Der Kartoffelanbau mit Supermarkt-Knollen ist daher eher experimentell und garantiert keinen Ernteerfolg.

Beispiel, wie kräftige gekeimte Saatkartoffeln aussehen sollten.
Wie kräftige und gut vorkeimte Kartoffeln aussehen sollten.

Für eine frühe und üppige Kartoffelernte aus dem Garten braucht es jedoch Knollen mit einer guten Keimfähigkeit, aus denen gesunde und kräftige Kartoffelpflanzen wachsen. Zum Vorkeimen oder Auspflanzen werden deshalb stets sogenannte Saatkartoffeln bzw. Pflanzkartoffeln verwendet. Diese gibt es meist ab Februar im Fachhandel oder in landwirtschaftlichen Lagerhäusern. Pflanzkartoffeln, die kräftig keimen und wachsen findest du hier im Fachhandel: Zu den Saatkartoffeln*

Frühere Kartoffelernte durch Vorkeimen der Knollen.
Reiche Kartoffelernte – Eine Pflanze bringt zahlreiche neue Knollen. [©beerfan]/stock.adobe.com

Schon gewusst?

Wie viele Knollen bildet eigentlich eine Kartoffelpflanze?
Im Durchschnitt produziert eine Kartoffelpflanze, die aus einer Saatkartoffel gezogen wurde, etwa sechs bis zwölf neue Knollen.

Anleitung: So gelingt das Vorkeimen von Kartoffeln

So gelingt das Vorkeimen von Kartoffeln.

Schritt 1: Frühe Saatkartoffel-Sorte auswählen

Von Saat- oder Pflanzkartoffeln gibt es je nach Verwendungszweck frühe, mittelfrühe oder späte Kartoffelsorten. Zum Vorkeimen werden Frühkartoffeln benötigt, am besten eine möglichst frühe Sorte auswählen. Eine Auswahl beliebter Frühkartoffeln findest du im Beitrag: 15 Alte Kartoffelsorten: Die Wiederentdeckung der leckersten Kartoffelvielfalt

Schritt 2: Kartoffeln ab März vorkeimen

Als Faustregel beginnt man mit dem Vorkeimen von Kartoffeln etwa 4 – 5 Wochen vor dem Auspflanzen. Dazu nur gesunde und etwa hühnereigroße Knollen verwenden.

Schritt 3: Kartoffeln aufrecht mit den Augen nach oben in Kisten stellen

Damit die Kartoffeln keimen, werden sie in eine flache Kiste oder in Eierkartons senkrecht nebeneinander aufgestellt. Die „Augen“ müssen dabei nach oben gerichtet sein.

Schritt 4: Kartoffelkisten an einen hellen Platz stellen

Zum Vorkeimen werden die Kisten mit den Knollen an einen hellen, luftigen Platz gestellt. Dieser sollte nicht zu warm oder kalt sein, Temperaturen von 12 bis 15 °C sind ideal. Bei gutem Wetter können die Knollen auch kurze Zeit ins Freie gestellt werden. Direkte Sonne gilt es dabei zu vermeiden. Stapelkisten sind hierzu sehr praktisch, da sich die Knollen so leichter transportieren lassen.

Schritt 5: Auspflanzen, sobald die Knollen kräftige Keime bilden

Sobald die Saatkartoffeln kräftige, gedrungene und mindestens 2 – 4 cm lange Keime gebildet haben, können sie ausgepflanzt werden. Der ideale Zeitpunkt liegt dafür zwischen April und Mai.

Kartoffeln vorkeimen inkl. Vorbewurzlung.

Botanik Guide Tipp

So gibt es größere Knollen
Damit die Pflanzen dicke Knollen bilden, lässt man nur etwa drei der kräftigsten Keime auf der Triebseite stehen. Alle übrigen schwächeren Triebe werden einfach entfernt.

Kartoffeln durch zusätzliche Vorbewurzlung 4 Wochen früher ernten

Neben dem Vorkeimen gibt es noch einen weiteren Trick, um eine frühere Kartoffelernte zu erzielen – die sogenannte „Vorbewurzlung“. Die Knollen profitieren auf diese Weise von einem zusätzlichen Wachstumsvorsprung, sodass der Erntezeitpunkt sogar bis zu vier Wochen früher erreicht wird.

So einfach funktioniert die Vorbewurzlung

Bei der Vorbewurzlung von Kartoffeln geht man genauso vor wie beim Vorkeimen, allerdings mit einem kleinen Unterschied. Die Kisten oder Eierkartons werden einfach mit etwas Pflanzerde befüllt, sodass das obere Ende der Kartoffeln aus der Erde herausschaut. Somit wird nicht nur die Keimung, sondern gleichzeitig die Wurzelbildung angeregt. Damit die Wurzeln nicht austrocknen werden die Kartoffeln etwa alle 5 – 6 Tage leicht angegossen.

Die Pflanzung im Beet sollte bei diesen Knollen sehr vorsichtig erfolgen, um ein Abbrechen der Keime oder Wurzeln zu verhindern. In rauen oder kühlen Gegenden können die Kartoffeln auch direkt in größeren Töpfen vorgekeimt werden, bis sie die ersten grünen Triebe entwickeln. Das Umpflanzen ist somit einfacher und wird von den Pflanzen gut vertragen.

Botanik Guide Tipp

Ein wärmendes Vlies beschleunigt die Frühkartoffelernte
Kartoffeln sind frostempfindlich und können schon bei Temperaturen um die 0 °C Schaden nehmen. Nach dem Auslegen der Knollen wird das Beet deshalb am besten bis Mitte Mai mit einem Vlies oder Folie abgedeckt. Unter dem wärmenden Vlies sind die Pflanzen vor Spätfrösten geschützt und wachsen wesentlich schneller. Die Ernte kann so um etwa 2 Wochen früher stattfinden.

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